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Die Gemeinde Weißenborn

Die Gemeinde Weißenborn besteht aus den Ortsteilen Weißenborn und Rambach.

Wir sind mit ca. 1100 Einwohnern die kleinste Gemeinde des Werra-Meissner-Kreises und auch
eine der kleinsten Gemeinden Hessens.

Weißenborn (ca. 280 m ü. NN) liegt im nordhessischen Bergland etwa 8 km (Luftlinie) südöstlich von Eschwege und stößt an einen Grenzabschnitt zu Thüringen. Der Ort ist in nördlicher Richtung umgeben vom Schlierbachswald, südlich erhebt sich die Graburg mit der Rabenkuppe (514,8 m ü. NN), an die sich weiter südlich der Ringgau anschließt. Knapp 6 km (Luftlinie) östlich der Ortschaft jenseits der thüringischen Grenze erhebt sich der Heldrastein (503,8 m ü. NN).

Geologie

Der Ort befindet sich im Bereich des Trias. Seit dem Mittelalter wurde im Flurbezirk Auf der See ein Sandsteinvorkommen ausgebeutet, das dann zerkleinerte Material wurde als Stubenstreusand verkauft. Die so entstandenen umfangreichen höhlenartigen Abbaugruben und Schächte galten als Sehenswürdigkeit. Unter der Felswand der Graburg wurden hochwertige Kalksteinschichten entdeckt, deren Ausbeutung aber aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes unterbleibt.

Nachbargemeinden

Weißenborn grenzt im Nordosten an die Stadt Treffurt, im Osten an die Gemeinde Ifta (beide im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinde Ringgau, im Westen an die Gemeinde Wehretal, sowie im Nordwesten an die Stadt Eschwege (alle drei im Werra-Meißner-Kreis).

Gliederung

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Weißenborn und Rambach.

Geschichte

Fundstücke bezeugen, dass schon ca. 2000 v. Chr. Menschen im Gebiet des heutigen Weißenborn lebten. Die umliegenden Berge, besonders die Graburg, die Schäfersburg und der Heldrastein mit der Hüneburg waren schon in frühgeschichtlicher Zeit von Bedeutung.

Die Gemeinde selbst wurde erstmalig 1365 urkundlich erwähnt: 1365, an Sente Egidii tage veräußerten die Gebrüder Conrad und Otto von Völkershausen ihre Privilegien, die sie bisher über die fünf Dörfer Wißenborn, Rampeche, Heldere, Helderbeche und Alden Bursla besaßen, mit Gericht und allem Recht an den Landgrafen Otto I. von Hessen für siebzig Mark Eschweger Währung, während ihr Dorf „Volkershusen" von diesem Verkauf ausgeschlossen blieb.

 

Für die Ortsgeschichte waren zuvor die auf der benachbarten Burg Normannstein ansässigen Herren von Treffurt bestimmend. Starke kulturelle Impulse gingen von der im Nachbarort Großburschla befindlichen Stiftskirche Sankt Bonuifacius aus, die Stiftsherren waren bis zur Reformation im Besitz umfangreicher Ländereien und Wälder (Stiftswald). Die Nutzungsrechte an diesem Waldbesitz ging im Anschluss an die Allendorfer Salzsieder (Pfännerschaft) über, welche große Teile des Forstbezirkes als Hauwald nutzten. Für die Saline wurde auch das jährlich benötigte Baumaterial für die Dorngradierhäuser bereitgestellt. Eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung besaß der Sandhandel für das Dorf Rambach. Die sogenannten Tatern, wohl eine zeitweise sesshafte Gruppe Zigeuner hatten den Abbau und Handel dieses Wirtschaftsgutes übernommen.

Der Dreiherrenstein und weitere Grenzsteine auf dem Heldrastein bezeugen die zeitweise Zugehörigkeit Weißenborns zum Königreich Preußen. Seit dem späten 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg war die Mehrzahl der erwerbsfähigen männlichen Bewohner gezwungen, sich als Wanderarbeiter in Norddeutschland und im Rheinland zu verdingen, die Ortschronik nennt diese Zeit das Dorf ohne Männer.

Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes gewann der Heldrastein eine touristische Bedeutung wovon auch die Umlandgemeinden einen Nutzen ziehen konnten. Auf dem Gipfel entstand der Carl-Alexander-Turm.

Der letzte Krieg brachte auch in Weißenborn und Rambach Tod und unbeschreibliches Leid mit sich, dabei wurden noch kurz vor Kriegsende 11 Wohnhäuser und 34 Wirtschaftsgebäude zerstört oder schwer beschädigt. Diese Schäden im Ort konnten jedoch rasch unter Leitung des damaligen Bürgermeister Witthüser beseitigt werden. Weit problematischer wurde die mit der Deutschen Teilung geschaffenene Grenzlage unmittelbar am Rande der damaligen Sowjetischen Besatzungszone. Insbesondere die zuvor engen familiären und wirtschaftlichen Verbindungen zu den thüringischen Nachbarorten wurden gekappt.

In den 1950er Jahren siedelten sich in den Ortsteilen mehrere heimatvertriebene Familien und Flüchtlinge an. Bemerkenswert ist das Engagement von Dr. Lischewski, welcher in Weißenborn eine neue Heimat fand und sich als Initiator zahlreicher Vereine einen Namen machte. Seit Mitte der 1960er Jahren mussten die Bewohner den schrittweisen Ausbau der Grenzsperranlagen durch das DDR-Regime ohnmächtig ertragen. Landbesitz in den thüringischen Nachbarorten war nicht mehr erreichbar oder wurde enteignet. Die Ortsverbindungswege nach Großburschla und Ifta wurden gekappt. Auf hessischer Seite wurden später durch den Bundesgrenzschutz Straßen und Wege sowie mehrere Beobachtungspunkte für Besucher angelegt.